An apple a day

Im letzten Post habe ich euch ja versprochen zu erzählen, wie der beschwerlichere Teil von work&travel auf unserer Neuseelandreise abgelaufen ist und das werde ich nun auch tun. Äpfelpflücken ist eine Disziplin für sich, gestartet wird generell früh am Morgen um 6 oder 7 damit man möglichst nicht in der heißen Mittagshitze arbeitet. Den Sonnenaufgang von der obersten Sprosse einer Leiter mit Blick auf eine riesige Obstplantage zu beobachten, ist auf jeden fall ziemlich toll. Außerdem schmecken die Äpfel, wenn man sie gerade frisch vom Baum geerntet hat, umso besser und man braucht sich kein Pausenbrot schmieren.

Die ersten Tage mussten wir ca. 40 min zur Plantage laufen, dann lernten wir Jacob, einen anderen deutschen Backpacker, kennen, der uns in seinem roten Cabrio namens Jannette (ja ich weiß :D) freundlicherweise mitnahm. Außer Jacob und Jannette lernten wir weitere lustige Leute kennen, zum Beispiel Kleveland den Treckerfahrer von dem wir uns anfangs stark belästigt fühlten. Klevelands liebste Aussage war nämlich „Sweet as“, eine typische neuseeländische Slangaussage, die keinen wirklichen Inhalt hat und die wir fälschlicherweise als Äußerung über unsere Körper interpretierten und uns über ihm auf der Leiter nicht mehr ganz so wohl fühlten haha.

Auch der zahnlose Maori, der in der Reihe neben mir „arbeitete“ war aufgeschlossen und bot mir jeden Tag aufs neue Drogen an, die ich dankend ablehnte. Insgesamt verbrachte er seine Zeit auch eher damit Joints  zu rauchen als Äpfel zu pflücken, was aber irgendwie keinen störte. Johnny Apple Seed ist nämlich clever und bezahlt uns hartarbeitende Menschen natürlich nicht nach Stunden, sondern nach gepflückten Kilos, weswegen unser Verdienst auch nicht wirklich hoch war. Meine Freundin Emma und ich nannten uns ironisch „Team Power“ weil wir zusammen ca. so schnell waren, wie der zahnlose Maori alleine. Nach ca. 2 Wochen hatten wir die blöden Äpfel satt und außerdem endlich Aussicht auf einen anderen, besser bezahlten Job.

Auf einem Weingut sollten wir unser Glück versuchen und mit einer Gartenschwere reife Trauben ernten. Diese Arbeit machte mir deutlich mehr Spaß und ich hatte das Gefühl besser voranzukommen, als balancierend in der Krone eines Apfelbaumes. Leider war ich wohl so beschwingt, dass ich mit meiner Schere schon am ersten Tag nicht den Strunk der Traube, sondern das Kabel meiner Kopfhörer kappte. Glanzleistung! Das dachte sich wohl auch das neuseeländische Kamera Team, das ganz zufällig am selben Tag eine Dokumentation über das Weingut abdrehte und hielt schön mit der Kamera drauf. Anschließend wurden meine Knie explizit gefilmt, vermutlich weil man dem Rest meines Körper doch anmerkte, dass ich noch absolut keine Ahnung hatte von dem was ich tat. Die Aufnahmen habe ich bis heute nie gesehen, Schade eigentlich!

Bis bald,

eure Jenny

 

 

 

 

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