Erst das Vergnügen, dann die Arbeit

Wie hieß das nochmal, was wir hier machen? „Work and travel“? Neee.. „Travel and more travel“ vielleicht oder „Chill and travel“? „Party and travel“?

Ich könnte diese Liste ins Unendliche fortführen, denn außer arbeiten haben wir in unseren ersten Monaten in Neuseeland eine Menge getan 😀 Als wir  irgendwann  unseren inneren Schweinehund überzeugten, endlich nach Arbeit zu suchen, stellte sich die Situation als schwerer als gedacht heraus. Wir telefonierten herum und klopften an diversen Höfen und Betrieben an, doch keiner wollte uns haben oder hatte Platz für uns. Bis wir schließlich auf einem unscheinbaren Hostel mit Campingplatz namens „Ecolodge„im kleinen Kaff Hastings Unterschlupf fanden und uns der schrille, glatzköpfige Hostelbesitzer John sofort zu sicherte „No worries, ich habe hunderte Jobs für euch“. Skeptisch schlugen wir unser Zelt in der dunkelsten Ecke des Campingplatzes auf und warteten, dass Johns Prophezeiung wahr werden würde.

Und tatsächlich: schon am nächsten Tag hatten wir einen Job. Äpfel pflücken bei einem Hof namens Johnny Appleseed. Alles klar, Super! Bis auf den Spontanbesuch eines grippalen Infektes, den ich über Nacht bekommen hatte. Ein Talent für schlechtes Timing hatte ich schon immer, aber in den folgenden Tagen habe ich mich deswegen grün und blau geärgert wie selten. Allein, krank und arm lag ich im ungemütlichen Zelt und wollte einfach nur nachhause. Während die anderen fleißig Äpfel ernteten saß ich entweder Trübsal blasend neben dem genauso antriebslosen Putzpersonal der Ecolodge oder schrieb rührselige Sms an meine Eltern und holte mir das Mitleid, das ich verdiente.

Wie das Schicksal es wollte lernte ich ausgerechnet in diesen Tagen meinen 2-Jahre-später-immernoch-Freund kennen, den die schlechte Laune und die grünliche Gesichtsfarbe anscheinend wenig kümmerten. Auch mit anderen Hostelbewohnern verstand ich mich immer besser, nachdem ich dem Tod nochmal von der Schippe gesprungen war und wir unternahmen alle zusammen viele Ausflüge an den wunderbaren Oceansbeach, zum nahegelegenen Wasserfall, spielten Flunkyball und wurden echte Freunde. Die Tendenz war also insgesamt steigend und mit einigen Tagen Verspätung war ich sogar bereit endlich zu arbeiten und Johnny Appleseed meine volle körperliche Power zu widmen.  Wie es mir dort ergangen ist und warum mein Knie für eine Dokumentation gefilmt wurde erfahrt ihr im nächsten Beitrag… Der hier ist schon lang genug

Habt einen schönen Tag (am besten ohne Arbeit)

eure Jenny

 

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s