Auf den Spuren des Abel Tasman

Der Abel Tasman Nationalpark befindet sich auf der neuseeländischen Südinsel in der Nähe der Hafenstadt Nelson und gehört definitiv auf eine Liste der Must-Dos für Neuseeland. Benannt wurde der Nationalpark nach einem gleichnamigen niederländischen Seefahrer, der 1643 als erster Europäer überhaupt in Neuseeland vor Anker ging. Auch siedelten in besagter Küstenregion vor über 500 Jahren die ersten neuseeländischen Ureinwohner, auch Maori genannt. Trotz späterer Besiedlung durch Einwanderer und Brandrodung in manchen Zonen strahlt der Abel Tasman die Atmosphäre unberührter Natur aus und ist heute ein gut behütetes Naturschutzgebiet, das man trotz Einschränkungen besuchen und bestaunen kann.

 

 

Die beliebtesten Wege dies zu tun, sind entweder über den Küstenwanderweg oder über das Wasser per Kajak oder Wassertaxi. In der Regel lohnt es sich, mehrere Tage für eine Tour durch den Abel Tasman einzuplanen und gebotene Pensionen, Wanderhütten oder Campingplätze auszunutzen. Wir blieben drei Tage und schlugen unser Zelt an verschiedenen Campingplätzen unter einem atemberaubenden Sternenhimmel auf. Um Proviant muss man sich bereits vor der Tour kümmern, denn zu kaufen gibt es mitten im Nirgendwo natürlich nichts. Auch das Kochen auf einem Gaskocher ist in der Natur nicht erlaubt, Konserven müssen also kalt verspeist und Reis oder Nudeln vorgekocht werden.

Für den ersten und den zweiten Tag mieteten wir uns Kajaks, was eine absolute Empfehlung ist, da man in kleine Buchten und Höhlen hineinfahren und Robben und sogar Pinguine bestaunen kann. Mit kurzen Pausen ist die Strecke angenehm machbar und andere Besucher sind nur selten zu sehen.

 

 

Ursprünglich war geplant, den auf dem Wasser zurückgelegten Weg in zwei Tagen zu Fuß zu bewältigen und an unserem Ursprungsort wieder anzukommen. Leider machte uns das Wetter einen gewaltigen Strich durch die Rechnung und am Morgen des dritten Tages waren all unsere Sachen durchnässt und die gute Laune etwas verhalten. Kurzum beschlossen wir, die für zwei Tage geplante Strecke in einem Tag zu laufen und waren quasi aufbruchsbereit, als ich bemerkte, dass meine Wanderschuhe wie vom Erdboden verschluckt waren. Was mit ihnen geschehen ist, kann ich bis heute nicht sagen. Entweder sie wurden am Strand fortgespült oder von mir im Kajak vergessen und vom Veranstalter mitgenommen.

Eine 8 Stunden Wanderung ohne richtiges Schuhwerk bestreiten zu müssen wünsche ich wirklich Niemandem und brachte mich extrem an meine Grenzen. Vorerst versuchte ich es in Flipflops, denn nur die hatte ich noch zur Verfügung. Dies stellte sich allerdings als unmöglich dar, denn bei matschigem Boden rutschte ich immer wieder aus oder blieb stecken. Netterweise lieh mir ein anderer Wanderer spontan seine Schuhe, die mir zwar deutlich zu groß waren aber immer noch besser als Flipflops. In besagten Schuhen also konnte ich zwar vorankommen, hatte allerdings nur Wollsocken zum Anziehen und Wollsocken und Wanderschuhe haben in dem Fall nach einem ganzen Tag laufen mit schwerem Gepäck in bergigem Gelände extreme Blasen ergeben.

Ein Foto meiner Füße, nach dieser Wanderung möchte ich euch an dieser Stelle ersparen und nur andeuten, dass ich eine Woche lang nur gehumpelt bin und geflucht habe. Trotz Nahtoderfahrung sage ich allerdings Jedem, dass er den Abel Tasman auf keinen Fall verpassen soll und nur gut auf seine Schuhe aufpassen muss.

bis bald, eure Jenny

 

 

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